< Ellwangen Schulanmeldezahlen in Ellwangen: Eugen-Bolz-Realschule legt zu
22.03.2019 11:30 Alter: 177 days
Kategorie: EBR
Von: Fred Ohnewald

Eugen-Bolz-Realschule wird immer beliebter

Die Anmeldezahlen geben Attraktivitätstrends der einzelnen Schulen wieder.


Ellwangen. Es ist kein Geheimnis, dass die Schulen untereinander in Konkurrenz stehen, und es ist ja auch durchaus lobenswert, die Attraktivste sein zu wollen.

Die Frage, wer bei diesem „Rennen“ die Nase vorn hat, lässt sich allerdings nur mit Vorsicht beantworten. Verglichen werden hierfür jedes Jahr die Anmeldezahlen für das neue Schuljahr, die allerdings nur bei einer einzigen weiterführenden Schule der Ellwanger Kernstadt seit Jahren eine konstante Tendenz zeigen, nämlich bei der Eugen-Bolz-Realschule: Da geht’s permanent aufwärts. Die anderen Schulen erleben hier ein Auf und Ab, was einen Trend auszumachen erschwert.

Ein weiteres „Problem“ beim Vergleich: Die tatsächliche Schülerzahl eines neuen Schuljahrs weicht von der ursprünglichen Anmeldezahl stets etwas ab. Mal sind’s am Ende mehr Kinder als zunächst gemeldet waren, mal sind’s ein paar weniger, die tatsächlich in den Klassenzimmern sitzen.

Deshalb ist der punktgenaue Vergleich mit Vorsicht zu genießen; der Versuch, einen ungefähren Trend auszumachen, gelingt da eher.

Beginnen wir mit der

Eugen-Bolz-Realschule: Die Anmeldezahlen neuer Fünftklässler haben sich hier vom Schuljahr 2016/‘17 bis 2019/’20 von 44 über 62 und 69 auf nunmehr 84 hochgeschraubt.

Das ist ein beachtlicher Sprung, der der oft gehörten Mutmaßung, Realschulen seien ein Auslaufmodell, deutlich widerspricht.
St.-Gertrudis-Realschule: Die Mädchenrealschule weist ebenfalls eine Tendenz nach oben auf. Zwischen 2016/’17 und 2019/’20 kletterte die Zahl von 51 auf 59.

Peutinger-Gymnasium: Am PG pendeln die Anmeldezahlen auf hohem Niveau. Hier sind Abmelde- und tatsächliche Schülerzahlen meist auch erstaunlich nah beieinander, wenn nicht sogar deckungsgleich. Zwischen 2016/’17 und 2019/’20 sank die Zahl von 109 Anmeldungen kurz etwas, um jetzt wieder auf 99 anzusteigen.

Hariolf-Gymnasium: Hier zeigt die Tendenz nach oben, wenn auch auf einem anderen Grundlevel als beim PG. Zwischen 2016/’17 und 2019/’20 stiegen die Anmeldezahlen von 43 auf 48.


Gymnasium St. Gertrudis: Hier herrscht große Konstanz mit nur geringen Schwankungen. 2019/’20 sind 99 Schüler angemeldet, 2016/’17 waren es genau so viel.


Die Gemeinschaftsschulen tun sich offenbar etwas schwer.
Buchenbergschule: Hier weichen tatsächliche Schülerzahlen und Anmeldungen um einiges voneinander ab. 2016/’17 waren 27 Schüler neu angemeldet, gekommen sind 21; ein Jahr später waren nur 20 gemeldet, tatsächlich waren’s dann aber 29. Nach 27 Anmeldungen 2018/’19 werden nun im neuen Schuljahr 23 neue Schüler erwartet.
Mittelhofschule: Hier ist ein Abwärtstrend sichtbar. Gab’s 2016/’17 noch 55 Neuanmeldungen für die Schule, waren es im Jahr darauf nur noch 45, vergangenes Jahr wieder 55 und nun, 2019/’20, liegen erst 37 Anmeldungen vor.

Schlüsse aus diesen Statistiken ziehen müssen die Fachleute. Nachvollziehbar auch für Laien ist dagegen, dass vor allem die Klassenteiler (wie viele Schüler soll eine Klasse haben) Kopfzerbrechen bereiten können. Dieser Klassenteiler beträgt bei den Gemeinschaftsschulen 28, bei allen anderen 30.

Die Zahl der Neuanmeldungen dividiert durch den Klassenteiler geht praktisch nie ganzzahlig auf. Das macht die Entscheidung, auf wie viele Klassen die Neuankömmlinge verteilt werden können, schwierig, vor allem, wenn der rechnerische „Überhang“ recht groß ist.

Da könnte eine Möglichkeit greifen, nämlich die „Schülerlenkung“. Weil laut Schulgesetz die Eltern keinen Anspruch haben, ihre Kinder allein nach ihren Wünschen auf eine bestimmte Schule zu schicken, könnte quasi verordnet werden, dass der rechnerische „Überhang“ von Schule A in die Schule B „umgeleitet“ wird, wo eine noch nicht gänzlich „gefüllte“ Klasse noch freie Plätze bietet.

Das bedeutet natürlich oft Ärger mit den betroffenen Eltern und Schülern. Wer zum Beispiel sein Kind unbedingt auf dem traditionsreichen, renommierten Peutinger-Gymnasium sehen will, nähme eine „Umlenkung“ ins Hariolf-Gymnasium sicher nicht gerne hin, selbst wenn die Qualität der Ausbildung davon gar nicht berührt wäre.

Ob eine „Schülerlenkung“ heuer infrage kommt, ist indes noch völlig offen – zumal die tatsächliche Schülerzahl, wie eingangs erwähnt, von der Zahl der Anmeldungen ja noch stark abweichen kann.

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© Schwäbische Post 21.03.2019 21:19

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