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06.02.2019 07:00 Alter: 40 days
Von: Katharina Scholz

Regeln für WLAN-Nutzung an Schulen

Für den Unterricht brauchen weiterführende Schulen drahtlosen Internetzugang. Ob, wann, wo und wie lange Schüler in Ellwangen und Umgebung auch privat surfen dürfen.


Ellwangen/Rosenberg

In der Rosenberger Karl-Stirner-Gemeinschaftsschule wird es bald WLAN in allen Klassenzimmern geben. Bevor der Gemeinderat allerdings die Mittel für den drahtlosen Internetzugang bereitgestellt hat, fragten sich die Mitglieder, ob die Schule wohl den Schülern erlaubt, in den Pausen mit dem Smartphone ins Internet zu gehen. Einig waren sich die Räte, dass es Sache der Schule sei, hier eine Regelung zu finden.

Im Gespräch mit der SchwäPo sagt Schulleiter Joseph Ott: „Wir wollen zusammen mit der SMV eine Regelung finden.“ Der erzieherische Aspekt und der Blick auf die Schule und das Lernen sollen dabei gewahrt bleiben. Information ist dem Rektor zufolge ein Grundbedürfnis. Schüler dürften natürlich nicht während des Unterrichts privat im Internet surfen.

Kein Handy in der Mensa in Rosenberg

Auch beim Mittagessen in der Mensa muss das Handy in der Tasche bleiben, sagt Joseph Ott. Sich am Tisch miteinander zu unterhalten sei wichtiger. Der Schulleiter kann sich aber gut vorstellen, dass die Schüler für eine begrenzte Zeit in der Mittagspause den Internetzugang der Schule nutzen können. Ein Zeitpass könnte das regeln.

In erster Linie ist der drahtlose Zugang zum Internet natürlich für den Unterricht gedacht, damit die Schüler mit Tablets und Notebooks recherchieren oder zum Beispiel eine Präsentation vorbereiten können, erzählt der Schulleiter.

An den weiterführenden Schulen in Ellwangen hat man bereits Erfahrung mit der WLAN-Nutzung im Unterricht und außerhalb davon. Laut Andreas Weiser, dem stellvertretenden Leiter der städtischen IT-Abteilung, hat die Stadt Ellwangen für drahtlosen Internetzugang im Peutinger-Gymnasium, dem Hariolf-Gymnasium, der Eugen-Bolz-Realschule, der Mittelhofschule und der Buchenbergschule gesorgt. 2017 haben die Arbeiten ihm zufolge begonnen, seit 2018 sind alle genannten Schulen am Netz.

Das Peutinger-Gymnasium (PG) war eine der ersten Ellwanger Schulen, in denen die Stadt das drahtlose Netzwerk eingerichtet hat. Seit rund zwei Jahren nutzt die Schule WLAN, erzählt Rektorin Stella Herden. Sie erläutert das Konzept zur Mediennutzung, das Lehrer, Eltern und Schüler gemeinsam erarbeitet haben. Auf Tablets und Smartphones recherchieren die Schüler ihr zufolge zum Beispiel die neusten Forschungsergebnisse in Biologie oder sehen Lernfilme an. „Da gibt es sehr gute Programme, die sinnvoll für den Unterricht sind“, sagt die Schulleiterin. In erster Linie gehe es aber um Recherche, um den Umgang mit Informationen und die Frage, welchen Quellen zu vertrauen ist.

Nur schuleigene Geräte für jüngere Schüler am PG

"Das Handy hat während der Schulzeit komplett aus zu sein." Stella Herden, Schulleiterin Peutinger-Gymnasium

„Die 5. und 6. Klassen nutzen nur Tablets der Schule“, sagt Stella Herden. Unter den jüngeren Schülern hätten manche vielleicht noch keine topmodernen Geräte, andere dagegen vielleicht schon. So soll kein Neid aufkommen. „Ab Klasse 7 dürfen die Schülerinnen und Schüler auch eigene Geräte im Unterricht nutzen“, sagt Stella Herden.

Für die private Mediennutzung außerhalb des Unterrichts gibt es am Peutinger-Gymnasium klare Regeln. „Das Handy hat während der Schulzeit komplett aus zu sein“, sagt Stella Herden. Wer während des Unterrichts trotzdem darauf schaut oder wessen Handy klingelt, müsse zwei Sozialstunden ableisten. Die Erfahrungen seien nach zwei Jahren aber gut. Im Großen und Ganzen hielten sich die Schüler an die Regeln. Ab der 10. Klasse dürfen Schüler in Hohlstunden und der Mittagspause in definierten Bereichen das Schul-WLAN mit ihren Geräten – zum Beispiel ihren Smartphones – nutzen. Definierte Bereiche sind der Schulleiterin zufolge ein Teil des Oberstufenbereichs, der Bereich vor der Bibliothek und das Oberstufenzimmer. „Die Mensa ist ausgenommen“, sagt Stella Herden. Wie an der Karl-Stirner-Schule möchte man am Peutinger-Gymnasium, dass die Schüler in der Mensa in Ruhe essen und sich unterhalten.

Handy-Verbot in der Mensa herrscht auch an der Eugen-Bolz-Realschule (EBR), die seit zwei Jahren digitale Schule ist und als allererste der Ellwanger Schulen mit WLAN ausgestattet wurde. Auch in Pausen und Hohlstunden muss das Handy an der EBR aus bleiben, erzählt IT-Fachlehrer Michael Mayer. So stehe es auch in der Schulordnung. Wer sich nicht daran hält, muss damit rechnen, dass ihm oder ihr das Handy abgenommen wird und dass die Eltern informiert werden. In der Regel halten sich die Schüler aber an das Verbot.

Smartphone wichtig im Unterricht an der EBR

Im Unterricht dagegen spielt das Smartphone Michael Mayer zufolge immer wieder eine Rolle. Schülerinnen und Schüler melden sich mit ihrem Gerät dann im Schulnetzwerk an, um zu recherchieren, mit einem Foto Arbeitsergebnisse zu dokumentieren, auf Unterrichtsmaterialien zuzugreifen, die der Lehrer in der Cloud zur Verfügung stellt oder erledigte Aufgaben in der Cloud abzuspeichern. Michael Mayer nennt das Smartphone ein Werkzeug. „Uns ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, damit verantwortungsvoll umzugehen und lernen, damit zu arbeiten“, sagt der IT-Fachlehrer.

Kein Schüler brauche aber zwingend ein Smartphone an der EBR. „Wer es dabei hat, kann es nutzen“, sagt Michael Mayer, „wenn nicht, dann eben nicht.“ Schüler können dann an einem PC im Computerraum arbeiten. Außerdem habe die EBR Tablets, mit denen die Schüler arbeiten können. „Alle Lehrkräfte sind mit Tablets ausgestattet“, sagt Michael Mayer. Damit führen sie seit September ein elektronisches Tagebuch. „Das erleichtert uns das Arbeiten“, sagt der IT-Lehrer. Jedes Klassenzimmer verfüge darüber hinaus über digitale Whiteboards, also elektronische Tafeln, die mit dem Internet verbunden sind.

Weiter haben die Schüler ihm zufolge an der EBR die Möglichkeit, die Prüfungen zum europäischen Computerführerschein abzulegen. „Das Gesamtkonzept macht uns als EBR aus“, sagt Michael Mayer. Zahlreiche Möglichkeiten spielen ihm zufolge an der Schule gut zusammen. „Das bringt uns großen Nutzen.“

© Schwäbische Post 04.02.2019 19:15