< Die Möbel von Eugen Bolz für die Ellwanger Schule
06.05.2017 10:00 Alter: 4 yrs
Kategorie: Projekte
Von: Gerhard Königer

Ein Raum für Demokratie und Freiheit

Großes Interesse an der Einrichtung eines Museumszimmers zum Gedenken an Eugen Bolz, den letzten Staatspräsidenten von Württemberg.


Die Möbel aus dem Arbeitszimmer von Eugen Bolz stehen jetzt in der Eugen Bolz-Realschule. Die Villa des letzten württembergischen Staatspräsidenten, der Mitglied der Widerstandsgruppe Goerdeler-Kreis war, wurde abgerissen.

Der Schrank von Eugen Bolz, von den Nationalsozialisten 1945 wegen Beteiligung am Widerstand gegen Hitler ermordet, zeigt das Familienwappen und den Wahlspruch: „Tumor domini initium sapientiae“. Dr. Andreas Schaller übersetzt ihn so: „Die Ehrfurcht vor Gott ist der Beginn der Weisheit“.

Schaller zeichnete am Donnerstagabend in der Eugen Bolz Realschule den Namensgeber der Schule als aufrechten Demokraten, der dem Glauben an Gott als oberste Maxime seines politischen Handelns bis in den Tod treu blieb. Eugen Rupf-Bolz, ein Enkel, war unter den Zuhörern.

Die Möbel aus dem früheren Arbeitszimmer der Familienvilla in Stuttgart bekam der Geschichts- und Altertumsverein (GAV) Ellwangen. Der wiederum reichte die Hinterlassenschaft an die EBR weiter, die nun einen Raum für die Erinnerung an Eugen Bolz und die Bedeutung von Demokratie und Freiheit einrichten und für die politische Bildung nutzen will.

Schulleiter Gerd Bäuerle möchte, dass dort die politische Verantwortung erlebbar wird. OB Hilsenbek sagte: „Der Stadt ist es ein Anliegen, dass Eugen Bolz hier gewürdigt wird.“

In Ellwangen begann die politische Laufbahn des Staatsmannes, hier wurde er Reichstagskandidat der Zentrumspartei.

Doris Armbruster und Nicola Schindler stellten das Konzept für das 70 Quadratmeter große Eugen Bolz-Zimmer vor: durch eine Trennwand unterteilt sollen hier Leben und Schaffen bis 1933, dort das Schicksal während der NS-Diktatur dargestellt werden. Auf zwei Monitoren sollen wechselnde Inhalte thematisiert, an einer Hörstation Tondokumente vermittelt werden.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Winfried Mack warb bei den Anwesenden um Unterstützung: „Heute muss man wieder um Gedenkstätten für Naziopfer kämpfen“. Er spielte auf Anträge der AFD an, die entsprechende Posten im Landeshaushalt gestrichen haben wollte.

Wer für den Eugen-Bolz-Raum spenden will, kann einen Betrag auf das Konto IBAN DE97 6145 0050 1001 0092 36 einzahlen, Zweck: Eugen-Bolz-Raum.